Rudi Stegmüller feierte seinen 75. Geburtstag. Seit 60 Jahren singt er im Chor des Sängerbunds Wiesental. Und wenn er nicht in Wiesental singt, dann singt er in Kapstadt. Der Baritonsolist ist nicht nur Ehrenmitglied des Gesangvereins, sondern auch Träger der goldenen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes. Weltweit bekannt sind die Stegmüllers. Das macht hauptsächlich das Geflecht von internationalen Geschäftsverbindungen aus, aber auch die oft bei Konzerten auf mehreren Kontinenten unter Beweis gestellte begnadete Baritonstimme.
Seit 15 Jahren pendeln die Eheleute zwischen ihrer badischen Heimat und der südafrikanischen Wahlheimat. Die Zeit von Frühling bis Spätjahr verbringen sie in Deutschland, die Wintermonate am warmen "Kap der guten Hoffnung". Eine „Bilderbuchkarriere" wie im Märchen weist Rudi Stegmüllers Vita auf: vom Maschinenbau-Lehrling bis zum äußerst erfolgreichen Geschäftsmann und zu einem wichtigen Arbeitgeber im Land. 1956 hatte sich der 22-jährige Mann, damals Handwerker, selbstständig gemacht und war dann 1970 von Wiesental nach Südafrika ausgewandert.
Schon in jungen Jahren galt Rudi Stegmüller als Talent, dem eine große Gesangskarriere bevorstehen sollte. Oft bauten ihn die Dirigenten Eduard Bruker und Roland Penz als Solist in ihre Konzerte im nordbadischen Raum ein. Doch nicht nur beruflich ging's rasant aufwärts: Ob im südafrikanischen Fernsehen oder im „Radio Kapstadt", in Amerika, Asien oder Europa, Rudis Stimme vermag Tausende zu begeistern.
Aus Anlass des 75. Geburtstages traf sich der Chor im Sängerheim zu einem Ständchensingen.
Vorsitzender Karl-Heinz Käpplein gratulierte dem treuen und verdienten Sänger, würdigte sein Engagement und übergab ein Geschenk des Vereins. Nach den Liedvorträgen waren die Sänger eingeladen, den Geburtstag mitzufeiern.